Die 5 Phasen eines Übersetzungsauftrags

Von der Anfrage bis zum übersetzten Text: Dass eine professionelle Übersetzung viel Zeit in Anspruch nimmt, wird oft vergessen. Häufig werden wir gefragt, ob wir einen Text «mal schnell» übersetzen können. Nicht immer ist das möglich. Damit Sie wissen, was bei uns passiert, bis Sie eine Übersetzung erhalten, erklären wir Ihnen den Ablauf eines Übersetzungsauftrags.

Die 5 Phasen eines Übersetzungsauftrags

Die 5 Phasen eines Übersetzungsauftrags

28.01.2016

Von der Anfrage bis zum übersetzten Text: Dass eine professionelle Übersetzung viel Zeit in Anspruch nimmt, wird oft vergessen. Häufig werden wir gefragt, ob wir einen Text «mal schnell» übersetzen können. Nicht immer ist das möglich. Damit Sie wissen, was bei uns passiert, bis Sie eine Übersetzung erhalten, erklären wir Ihnen den Ablauf eines Übersetzungsauftrags.

Es ist Freitag, 14 Uhr. Eine E-Mail landet in unserem Posteingang. Darin die Anfrage, einen A4-Seiten langen Text ins Englische zu übersetzen. Am besten noch heute bis 18 Uhr. Wie viel das koste, möchte der Kunde wissen. Klar, wir könnten jetzt sofort loslegen, doch ganz so einfach ist es nicht.

Zunächst schauen wir uns den zu übersetzenden Text hinsichtlich Stil, Thema, Schwierigkeitsgrad (Fachsprache oder allgemein verständlich?) und Fehler (Rechtschreibung, Satzzeichen, Logik) an. Denn nur ein guter und verständlicher Ausgangstext kann ordentlich übersetzt werden.

Anschliessend schätzen wir den Zeit- und Arbeitsaufwand ein, halten mit unseren Muttersprachlern Rücksprache und übergeben den Auftrag an den passenden Übersetzer. Wir antworten dem Kunden und teilen ihm den Kostenrahmen mit. Schon jetzt sind zwischen 30 und 60 Minuten vergangen. Für die Übersetzung bleiben nur noch gut drei Stunden. Bis der Kunde sein Okay gibt, vergehen weitere 15 Minuten. Die Uhr tickt, der Übersetzer arbeitet hoch konzentriert an den passenden Formulierungen. Doch hier und da klingt der deutsche Text holprig, es fehlen Kommas und dann macht ein Satz überhaupt keinen Sinn. Der Übersetzer kommt nicht weiter und notiert seine Fragen im Dokument.

Es ist 17 Uhr und wir warten auf die Antworten des Kunden. Der Übersetzer kann seine Arbeit erst abschliessen, wenn er weiss, was der Problemsatz bedeuten soll. 18:10 Uhr teilt der Kunde uns mit, dass es noch einen Absatz gibt, der unbedingt übersetzt werden muss. Einige Mails später ist die Übersetzung vollständig. Es ist kurz vor 19 Uhr. Der Kunde ist froh, dass wir ihm helfen konnten, doch ein optimaler Arbeitsprozess sieht anders aus.

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und erfahren Sie hier, welche Phasen ein Übersetzungsauftrag durchläuft.

Phase 1 – Vorbereitung: Das Ausgangsmaterial

Bereits vor der eigentlichen Auftragserteilung beginnen die Vorbereitungen: Sie fertigen das zu übersetzende Dokument an. Bedenken Sie jedoch, dass Ihr Text später in eine Fremdsprache übertragen wird. Schon jetzt können Sie viel dafür tun, dass potentielle Schwierigkeiten erst gar nicht auftreten. Beachten Sie bei der Texterstellung folgende Punkte:

  • Klare Satzstruktur mit eindeutiger Aussage, unklare Formulierungen berichtigen. Das erspart Rückfragen und Übersetzungsfehler.
  • Bei Fachtexten eine Liste mit Schlüsselwörtern, Fachbegriffen, Abkürzungen und Akronymen anfertigen. Das hilft dem Übersetzer bei der Arbeit.
  • Im gewünschten Dokumentenformat schreiben: Sie benötigen den übersetzten Text in einer Word-Datei? Erstellen Sie den Ausgangstext mit den richtigen Formatierungen bereits in Word!

Wenn der zu übersetzende Text steht, sollten Sie überprüfen, ob Sie alle Informationen und Materialien für den Übersetzer beisammenhaben.

  • Zu übersetzender Text in der Endfassung?
  • Weiteres Informationsmaterial, das dem Übersetzer hilft?
  • Hinweise zu firmen- oder projektspezifischen Sprach- und Formulierungsregelungen (stilistische Vorgaben, Leitfaden)?
  • Konkrete Wünsche an den Übersetzer: amerikanisches oder britisches Englisch, besonderer Stil, Fachsprache?
  • Liefertermin: Bis wann soll die Übersetzung zurückgeschickt werden? Planen Sie einen Puffer ein, damit Änderungen fristgerecht vorgenommen werden können.

Phase 2 – Datenübermittlung, Kostenkalkulation und Start der Übersetzung

Nach einer gründlichen Vorbereitung lassen Sie nun dem Übersetzer alle Informationen zukommen. Dieser prüft das vorhandene Material und kalkuliert den Zeit- sowie Arbeitsaufwand. Prüfen Sie sein Angebot und sagen Sie dem Übersetzer zu, wenn Sie mit allen Bedingungen einverstanden sind.

Phase 3 – Die Übersetzung

Jetzt ist der Übersetzer am Zug. Wichtig für beide Seiten: ansprechbar sein. Teilen Sie dem Übersetzer einen Kontakt mit, an den er sich bei Fragen wenden kann. Nicht immer können in der Vorbereitung alle Punkte beachtet werden, sodass der Übersetzer oder auch Sie möglicherweise noch Fragen haben. Nach Fertigstellung der Übersetzung liest ein zweiter Muttersprachler Korrektur. Danach erhalten Sie die Übersetzung.

Phase 4 – Prüfen der Übersetzung

Der übersetzte Text ist fertig? Jetzt sind Sie gefragt! Prüfen Sie den fremdsprachlichen Text:

  • Sind alle Daten vollständig?
  • Wurden Ihre Wünsche umgesetzt?
  • Muss ein Experte über den Text schauen?
  • Sind die Formatierungen korrekt?

Wenn Sie mit der angefertigten Übersetzung nicht vollkommen zufrieden sind, beginnt die sechste Phase: die Nachbearbeitung.

Phase 5 – Nachbearbeitung und Abschluss

Nicht immer ist ein übersetzter Text perfekt. Möglich sind Abweichungen in der Formatierung, vergessene Sätze, Formulierungen, die Ihnen nicht gefallen oder es gab inzwischen inhaltliche Änderungen. Jeder Übersetzer wird sein Bestes geben, doch Fehler sind menschlich. Für diesen Fall gibt es die Korrekturrunde. Jetzt ist Teamwork angesagt: Teilen Sie dem Übersetzer die Mängel mit und geben Sie ihm die Chance, diese zu beheben! Ist danach alles zu Ihrer Zufriedenheit, wird der Übersetzungsauftrag mit Begleichen der Rechnung abgeschlossen.

Autor: Juliane Franke